fbpx

Südtiroler Bio-Kräuter vom Schmiedthof

Unsere Hofgeschichte
Der Schmied wird urkundlich erstmals um 1350 als „Smid“ erwähnt, erst 1475 als Schmidhof. Der Namen stammt von einem ehemaligen Grundherrn im Hofamt von Brixen, Herrn Schmied. Wie der gesamte St. Leonhardner Berg, ursprünglich „Reuterberg“ (d.h. gerodeter Berg), gehörte auch der Schmiedthof im zum Fürstbischöflichen Eigentum von Brixen.
Der Hof ist 1920 von einem Nachbarn abgebrannt worden. Nach einer Aussöhnung, haben der damalige Besitzer Johann Windisch und der besagte Nachbar gemeinsam eine “Bildungsreise“ ins benachbarte Tirol unternommen, um für den Wiederaufbau neue Ideen heimzubringen. Früher war der Hof als Paarhof errichtet. Nord-Süd ausgerichtet mit getrennten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. In Nordtirol hat Windisch den zusammengebauten Wohn- und Wirtschaftstrakt abgeschaut und hat den Hof quer zum Hang hin gebaut.
Im Jahre 1937 hat Mariangelus Agreiter aus Welschellen den Hof gekauft und Regina Mellauner geehelicht.
Aus der Ehe von Regina und Mariangelus sind 4 Töchter hervorgegangen. Die Älteste, Emma, hat 1950 Franz Frener aus Afers geheiratet und mit ihm zusammen den Hof übernommen.


Familie Frener
Emma und Franz bekamen 2 Söhne, Georg und Engelbert. Franz war ausgebildeter Schneider und hat mit verschiedenen Arbeiten ein Zubrot verdient, während Emma mit den Kindern den Südtiroler Bergbauernhof bearbeitet hat.
Engelbert Frener hat 1981 Rita Meßner geheiratet und 1983 den Hof übernommen. Mit der Hofübernahme hat Engelbert den Hof sofort auf Bio-Anbau umgestellt. Das Ziel war: Eigenversorgung mit gesunder biologischer Nahrung: Gemüse, Getreide, Kartoffeln, Fleisch und Milch.
Rita und Engelbert haben 4 Kinder: Magdalena, Lienhard, Walburga und Laurenz.
Bald schon kamen Bekannte mit der Bitte herangetreten, auch für sie Gesundes aus dem Garten anzubauen. So wurde der Anbau etwas über die Familieneigenen Bedürfnisse hinaus erweitert.
Der Schmiedthof kann für 4 – 5 Kühe Futter abwerfen. Bis in die 1980-Jahre wurde die Milch zu Butter verarbeitet und diese an Kundschaften in der Stadt direkt verkauft.
Engelbert hat die Milch in die Sennereigenossenschaft Brixen geliefert, um etwas mehr Einnahmen daraus zu generieren.
Bald wurde aber erkannt, dass die gute Biomilch damals nur der konventionellen Milch beigemengt wurde und der Mehrwert der Biomilch nicht geschätzt wurde. So wurde auf Anraten eines Freundes beschlossen, die qualitative Biomilch zu Käse, Rahm und Butter zu verarbeiten.
In dieser Zeit hat sich im mittleren Eisacktal eine sehr fortschrittliche Gruppe an Konsumenten herausgebildet: der „Selbstabholerkreis“.
Unter der Woche wurden an einem vereinbarten Ort in Brixen die leeren Behälter und Stofftaschen mit den Bestellungen der einzelnen Familien abgeholt und am Freitag mit frisch gemachter Butter, mit Käse und Gemüse befüllt. Diese wurden dann im rotierenden System von den einzelnen Familien für alle zusammen abgeholt, sofern wir nicht ohnehin nach Brixen gefahren sind. Also absolut regional mit 0 km.


Das Bauernhaus des Schmiedthofs
Zu gesamten Einstellung von Familie Frener war es folgerichtig, dass auch das neue Wohnhaus nach baubiologischen Richtlinien erbaut wurde. Gemeinsam mit Arch. Dr. Klaus Griesser und Dr. Walter Unterrainer wurde ein neues Wohnhaus nach streng ökologischen Richtlinien erbaut, eine Pionierarbeit, da es zu dieser Zeit in Südtirol keine Modelle für ein Bio-Bauernhaus gab. Die Idee des Bio-Hausbaues war damals sehr neu, sodass viele Baumaterialien noch nicht bekannt waren. Engelbert hat das Haus zum größten Teil mit Eigenleistung erbaut. 1990, am 6. März wurde Einzug gefeiert.
Engelbert musste als Ofenbauer auswärts Geld dazuverdienen, damit die Familie das nötige Kleingeld für die Schulden am Haus und zum Leben hatten. Da die Arbeit zu viel wurde, wurde nach 6 Jahren entschieden, die Käseproduktion einzustellen und die gesamte Kraft in den in der Zwischenzeit begonnenen Kräuteranbau zu investieren.

Geschichte des Kräuteranbaus am Schmiedthof
Der Bund Alternativer Anbauer, welchem auch der Schmiedthof angehört, hat jeden Herbst im Kloster Neustift ein Erntefest veranstaltet, wo Engelbert und Rita mit ihren Kindern hingegangen sind und ihre überschüssigen Bioprodukte zum Verkauf angeboten haben.
Neben dem Gemüsestand der Familie Frener war ein kleiner Kräuterstand aufgebaut. Frau Martha Mulser vom Pflegerhof hat diesen Stand betreut. Dieser hatte es Magdalena, der Ältesten, besonders angetan.
Die damals 9-Jährige wollte unbedingt, dass auch am Schmiedthof Kräuter angebaut werden, denn sie war äußerst fasziniert von den angebotenen Kräutern.
Auch Rita konnte Kräutern Interesse abgewinnen und hatte bereits viel Wissen von ihrer Großmutter und ihrer Schwiegermutter erhalten. Doch hatte sie zu jenem Zeitpunkt mit 4 kleinen Kindern und der Arbeit am Hof genügend zu tun und wollte sich nicht noch die aufwändige Kräuterarbeit antun.
Und so ergriffen die 4 Kinder unter Magdalenas Anleitungen die Eigeninitiative und pflanzten die ersten Kräuter. Während des darauffolgenden Sommers haben die Kinder gemeinsam und selbständig Kräuter gesammelt und am Dachboden getrocknet. Da im Hause Frener schon immer viele Kräuter Anwendung gefunden haben, haben die Kinder die wichtigsten auch schon gekannt. Die ersten Kräuter wie Schafgarbe, Spitzweger, Holunder, Frauenmantel, Rotklee, etc. stammten aus der Wildsammlung.
Beim nächsten Bio-Fest im Jahre 1993 haben die Kinder 15 Teesäckchen auf der alten Briefwaage abgefüllt und am Bio-Fest verkauft. Bereits um 8.30 Uhr waren diese schon ausverkauft – die Freude und die Motivation war riesengroß. Beim Bio-Fest im folgenden Jahr ist die Verkaufsmenge schon auf 75 Säckchen und ein Jahr später auf 150 angestiegen.
Da die Begeisterung gleichsam mit gestiegen ist, wurden im nächsten Frühjahr zusätzliche Kräuterpflanzen besorgt, damit die Kräutermischungen auch etwas bunter, geschmacklich besser und abwechslungsreicher wurden. Im Gemüsefeld durften die Kinder ihre Kräuter unter der Bedingung anbauen, dass sie alleine für die Pflege und Ernte zuständig sind. Sie haben ihre Aufgabe sehr gut gemacht – bis zum späten Sommer. Da war dann doch zu viel Unkraut in den Kräutern, welches sie nicht bewältigen konnten. So hat Mama Rita ihnen geholfen, den Salbei, die Zitronenmelisse und den Thymian zu jäten.
Die Arbeit mit den duftenden und blühenden Pflanzen hat Rita in ihren Bann gezogen und so viel Freude bereitet, dass sie in das Kräuterprojekt der Kinder eingestiegen ist. So wurde jedes Jahr der Anbau etwas gesteigert. Engelbert hat eine kleine Trockenanlage gebaut, damit die Qualität der Kräuter gesteigert werden konnte.
Rita hat einiges an Kräuterwissen in die Wiege gelegt bekommen, und dieses konnte sie über verschiedene Fortbildungsangebote erweitern. An der Laimburg hat sie sich zur Kräuter-Anbauerin ausbilden lassen.
Am neu gestarteten BIO-Bauernmarkt in Brixen und anderen kleinen Veranstaltungen haben die Schmiedthof-Kräuter reges Interesse bei den Menschen gefunden – und somit war der Grundstein für den heutigen Kräuterhof gelegt.

de_DE